Differenz-von-Differenzen-Methode: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 3. Februar 2026, 13:59 Uhr
Kurzbeschriebung
Die Differenz-von-Differenzen-Methode (DiD) ist ein quasi-experimentelles kausales Schätzverfahren, das Effekte von Interventionen identifiziert, wenn keine Randomisierung möglich ist. Die Grundidee besteht darin, die Änderung einer Zielgröße über die Zeit in einer Behandlungsgruppe mit der entsprechenden Änderung in einer Kontrollgruppe zu vergleichen. Durch das „Differenzieren der Differenzen“ werden zeitinvariante Unterschiede zwischen den Gruppen herausgerechnet.
Formal betrachtet vergleicht DiD vier Mittelwerte: (Behandlung nach − Behandlung vor) − (Kontrolle nach − Kontrolle vor). Der so erhaltene Schätzer interpretiert man als kausalen Effekt der Intervention, unter der zentralen Annahme paralleler Trends: Ohne Intervention hätten sich Behandlungs- und Kontrollgruppe im Zeitverlauf gleich entwickelt.
In der Praxis wird DiD meist als lineares Regressionsmodell mit Interaktionsterm umgesetzt (Gruppe × Zeit), oft erweitert um Fixed Effects, Kovariaten und robuste Standardfehler. Moderne Varianten erlauben mehrere Zeitpunkte, gestaffelte Interventionen und heterogene Effekte.
Anwendbarkeit im Gesundheitssektor
Im Public-Health-Kontext wird DiD häufig eingesetzt, um Politik- oder Programmwirkungen zu evaluieren, etwa die Einführung von Rauchverboten, Maskenpflichten, Impfkampagnen, Zuzahlungsregelungen oder Krankenhausreformen. Dabei vergleicht man Regionen, Einrichtungen oder Bevölkerungsgruppen mit und ohne Intervention über mehrere Zeitpunkte.
Besonders wertvoll ist DiD, wenn randomisierte kontrollierte Studien unpraktikabel oder unethisch sind. Typische Outcomes sind Mortalität, Inzidenzen, Hospitalisierungsraten, Inanspruchnahme von Leistungen oder Kosten. Die Methode ist etabliert in der Gesundheitsökonomie und der Epidemiologie der Versorgung.
Sonstiges
Erfordert mindestens zwei Gruppen und zwei Zeitpunkte
Erweiterbar um Fixed Effects und multiple Perioden
Semantik
Wikidata-Identifikator ist: Q5281101
Deutsche Wikipediaseite ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Differenz-von-Differenzen
Englische Wikipediaseite ist: Difference_in_differences
Quelle: Angrist & Pischke (2009), Mostly Harmless Econometrics
Behandlung von Unsicherheit in den Ergebnissen der Methode ist explizit
Für die Methode benötigte Datenmenge ist mittel
Zweck der Methode ist Kausale Analyse;Inferenz„Kausale Analyse;Inferenz“ befindet sich nicht in der Liste (Voraussage, Inferenz, Simulation, Kausale Analyse) zulässiger Werte für das Attribut „Zweck der Methode ist“.
Methode ist Mitglied der Methodenfamilie Statistisch;Kausale Inferenz„Statistisch;Kausale Inferenz“ befindet sich nicht in der Liste (Mechanistisch, Statistisch, Maschinenlernen, Tiefes Lernen, Hybrid, Kausale Inferenz, Simulation, Operationale Vorhersage, Beschreibende und erkundende Analyse, Praktisches Anwendungskonzept, ...) zulässiger Werte für das Attribut „Methode ist Mitglied der Methodenfamilie“.
Interpretierbarkeit der Ergebnisse der Methode ist gut